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Satzordnung
Verschiedene Sprachen folgen verschiedenen Satzordnungen.
Das Englische ist grundsätzlich eine Kernsprache. Das bedeutet, dass der
Handelnde, die Hilfs-, Modal-, Vollverben und das Wort, das sich unmittelbar
auf das Verb bezieht, immer in einem Stück zusammenbleiben. „I go to school every day.“ Oder
„Every day I go to school.“ Selbst bei einer Frage oder
Aufforderung bleibt der Kern (“I go to school.”) zusammen, auch wenn sich
seine innere Struktur verändert: „Go to school!“ oder „Do you go to school?“
– indem das konjugierte Verb bei der Frage am Anfang des Kerns steht: „Does
he like school?“
Ein anderes Bild bietet uns das Deutsche. Hier handelt es
sich um eine Rahmensprache. Bei Aussage, Frage oder Aufforderung wechseln
zwar der Handelnde und das konjugierte Verb miteinander den Platz, aber es
gibt am Ende des Satzes immer einen Teil, der sich konkret auf die Handlung
bezieht. „Ich kaufe heute einen Stift.“ – Was kaufe ich? – „Einen Stift.“
Beim Hinzufügen eines Modalverbes oder Hilfsverbes wandert das das Vollverb
an das Ende: „Ich will heute einen Stift kaufen.“ „Ich habe gestern einen
Stift gekauft.“ Bei einer Nebensatzkonstruktion beendet das konjugierte Verb
den Satz: „wenn ich einen Stift kaufe.“ „wenn ich einen Stift kaufen will.“
„wenn ich einen Stift gekauft habe.“ Im Fall eines gemeinsamen Auftretens von
Voll-, Hilfs- und Modalverb steht das Vollverb vor Hilfs und Modalverb: „wenn
ich einen Stift hätte kaufen müssen.“
Die umgedrehte Satzordnung ermöglicht ein Betonen eines
sonst als nebensächlich zu betrachtenden Satzteiles. „Heute gehe ich in die
Schule.“ „Ich gehe heute in die Schule.“
Außer der Betonung erfüllt die umgedrehte Satzordnung
noch die Funktion die Zugehörigkeit eines Nebensatzes zu einem Hauptsatz
anzuzeigen. Im Englischen ist das während eines Gesprächs nur durch
Intonation möglich. “I read a book when I have time. I go to the cinema.“ “I read a book.
When I have time, I go to the cinema.” Im Deutschen wäre
der Sachverhalt auch dann verständlich, sollte die Intonation nicht
entsprechen. „Ich lese ein Buch, wenn ich Zeit habe. Ich gehe ins Kino.“ „Ich
lese ein Buch. Wenn ich Zeit habe, gehe ich ins Kino.“
Sprachen mit weniger grammatikalischen Regeln sind reine
Betonungssprachen. Das wichtigste Wort steht immer am Anfang. „Nem megyek
iskolába.“ – Ich gehe nicht in die Schule. „Megyek iskolába.“ – Ich gehe in
die Schule. „Nem iskolába megyek.“ – Nicht in die Schule gehe ich. „Iskolába
megyek.“ – In die Schule gehe ich. „Ma megyek iskolába.“ – Heute gehe ich in
die Schule. „Nem ma megyek iskolába.“ Nicht heute gehe ich in die Schule.
Für den Dichter bieten letztere Sprachen viele
Möglichkeiten, wobei aber oft Missverständnisse in der Deutung auftreten.
Juristische und philosophische Texte sind deshalb am
klarsten in solchen mit vielen Regeln. Stellen wir uns bloß eine Übersetzung
eines Heidegger-Textes vor, was für ein Durcheinander da wohl entstehen
würde!
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Satzordnung
Sunday, 22 November 2015
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